Die Wohnung ist leer, die Schlüssel liegen in der Schublade, und jeden Monat gehen trotzdem Hausgeld, Grundsteuer und Versicherung vom Konto ab. Dazu kommt die Frage, ob in München überhaupt erlaubt ist, was Sie gerade tun: abwarten.
Eine leerstehende Immobilie zu verkaufen ist oft der naheliegende Weg aus dieser Lage, aber nicht der einzige. Vermieten, sanieren oder direkt verkaufen bringen unterschiedlichen Aufwand mit sich. Ob die Wohnung oder das Haus leer steht, weil ein Mieter ausgezogen ist, die Eltern umgezogen sind oder ein Erbe ansteht: Die Fragen sind ähnlich.
Wer eine leere Immobilie in München verkaufen möchte, hat neben den üblichen Schritten drei Fragen zu klären: Was kostet der Leerstand, welche Regeln gelten in München, und wer kauft ein Objekt, das nicht mehr auf dem neuesten Stand ist?
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine leerstehende Immobilie verursacht weiter Kosten, etwa Hausgeld oder Nebenkosten, Grundsteuer, Versicherung und Instandhaltung, ohne dass Einnahmen dagegenstehen.
- In München regelt eine städtische Satzung den Leerstand von Wohnraum. Längerer Leerstand kann als Zweckentfremdung gelten, die Stadt nennt aber zulässige Gründe, darunter einen geplanten Verkauf.
- Aus dem Leerstand führen vier Wege: vermieten, sanieren und dann verkaufen, am Markt verkaufen oder direkt an einen Ankäufer verkaufen.
- Auch eine leerstehende Immobilie mit Sanierungsbedarf lässt sich verkaufen, ohne dass Sie vorher selbst sanieren.
Wann gilt eine Immobilie als leerstehend?
Definition: Eine leerstehende Immobilie ist eine Wohnung oder ein Haus, das weder vom Eigentümer bewohnt noch vermietet oder anders genutzt wird. Von Leerstand spricht man, wenn dieser Zustand nicht nur wenige Tage dauert, etwa zwischen zwei Mietverhältnissen, sondern über längere Zeit anhält.
Schwierig wird Leerstand, wenn aus einer kurzen Lücke ein Zustand ohne Plan wird. Dann laufen die Kosten weiter, und je nach Ort greifen besondere Regeln.
Typische Anlässe für Leerstand
Leerstand entsteht selten bewusst. Häufig steht am Anfang ein Ereignis, das eine Entscheidung verschiebt:
- Ein langjähriger Mieter zieht aus, und die Wohnung müsste vor einer neuen Vermietung renoviert werden.
- Die Eigentümer oder deren Eltern ziehen in eine kleinere Wohnung oder in eine Pflegeeinrichtung.
- Eine Immobilie wird geerbt, und die Erben haben noch nicht entschieden, was damit geschehen soll.
- Das Objekt hat einen Sanierungsstau, der eine Vermietung ohne größere Investition erschwert.
Wer ein geerbtes Haus verkaufen möchte, hat neben dem Leerstand weitere Schritte zu klären, etwa Erbschein und Grundbuch.
Was eine leerstehende Immobilie laufend kostet
Eine leere Immobilie spart keine Kosten. Ohne Mieter tragen Sie als Eigentümer alle laufenden Ausgaben allein. Zu den laufenden Ausgaben zählen in der Regel:
- Hausgeld oder Nebenkosten: Bei einer Eigentumswohnung zahlen Sie das Hausgeld weiter. Beim Haus tragen Sie Kosten wie Müll, Wasser oder Schornsteinfeger selbst.
- Grundsteuer: Sie fällt unabhängig davon an, ob die Immobilie genutzt wird.
- Versicherung: Gebäude- oder Wohngebäudeversicherung laufen weiter.
- Grundversorgung: Heizung und Strom bleiben in einem Umfang nötig, der Schäden vorbeugt.
- Instandhaltung: Reparaturen fallen auch ohne Nutzung an. Weil Mängel später auffallen, können sie größer werden.
- Finanzierung: Ist die Immobilie noch belastet, laufen Zins und Tilgung weiter.
Wie hoch diese Summe für Ihr Objekt ausfällt, hängt von Größe, Zustand und Verträgen ab. Eine grobe Aufstellung der Monatskosten lohnt sich trotzdem: Sie zeigt, was das Abwarten tatsächlich kostet.
Risiken am leeren Objekt
Ein unbewohntes Objekt verändert sich, ohne dass es jemand bemerkt. Typische Risiken sind Frostschäden an Leitungen, Feuchtigkeit durch fehlendes Lüften und kleine Schäden, die sich unbemerkt ausweiten.
Prüfen Sie außerdem Ihre Versicherung. Ob der Vertrag bei Leerstand besondere Pflichten vorsieht, etwa regelmäßige Kontrollen oder eine Meldung an den Versicherer, steht in den Versicherungsbedingungen. Im Zweifel informieren Sie Ihren Versicherer und lassen sich die Regelung für Ihren Vertrag bestätigen.
Kurz zusammengefasst: Leerstand kostet laufend Geld und birgt Risiken für die Bausubstanz. Wer die monatlichen Kosten aufstellt und die Versicherungsbedingungen prüft, hat eine klare Grundlage für die nächste Entscheidung.
Darf eine Wohnung in München leer stehen?
In München gilt für Wohnraum eine Zweckentfremdungssatzung. Sie soll Wohnraum schützen. Nach diesen Regeln kann auch ein längerer Leerstand als Zweckentfremdung gelten, wenn es dafür keinen zulässigen Grund gibt.
Für Eigentümer, die verkaufen möchten, zählt vor allem eins: Die Stadt nennt zulässige Gründe für einen längeren Leerstand. Dazu gehören unter anderem ein geplanter Verkauf, eine Modernisierung oder Sanierung und ungeklärte Eigentumsverhältnisse, etwa während einer Erbauseinandersetzung. Wer ohne zulässigen Grund gegen die Satzung verstößt, riskiert ein Bußgeld.
Welche Fristen gelten und wie Ausnahmen im Einzelfall behandelt werden, erläutert die Stadt München zum Vollzug der Zweckentfremdungssatzung. Für Ihre konkrete Situation ist die zuständige Stelle der Stadt Ansprechpartner.
Stadtgebiet und Umland
Die Satzung gilt für das Stadtgebiet München. Ob im Umland eigene Regeln zum Leerstand bestehen, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde.
Vier Wege aus dem Leerstand im Vergleich
Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie viel Zeit, Geld und Aufwand Sie einbringen möchten und in welchem Zustand die Immobilie ist.
|
Weg |
Aufwand für Sie |
Zeitbedarf |
Voraussetzungen |
Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
|
Vermieten |
laufend: Mietersuche, Verwaltung, Instandhaltung |
Renovierung und Mietersuche, danach dauerhaft |
vermietbarer Zustand, Bereitschaft zur Vermieterrolle |
Eigentümer, die die Immobilie halten und Einnahmen erzielen möchten |
|
Sanieren, dann verkaufen |
hoch: Planung, Handwerker, Finanzierung der Sanierung |
Dauer der Sanierung plus Vermarktung |
Kapital oder Finanzierung, Zeit für die Bauphase |
Eigentümer mit Budget, die den Zustand vor dem Verkauf verbessern wollen |
|
Am Markt verkaufen |
mittel: Unterlagen, Besichtigungen, Verhandlungen |
abhängig von Nachfrage, Zustand und Finanzierung der Käufer |
marktfähiger Zustand oder Käufer, die Sanierung einplanen |
Eigentümer, die den Markt testen möchten und Zeit haben |
|
Direktankauf |
gering: Unterlagen, Besichtigung, Notartermin |
planbar, ohne Vermarktungsphase |
Objekt passt zu den Ankaufskriterien des Käufers |
Eigentümer, denen Planbarkeit und wenig Aufwand wichtig sind, unabhängig vom Zustand |
Vermieten bringt Einnahmen, macht Sie aber dauerhaft zum Vermieter. Steht vor der Vermietung eine Renovierung an, kommen deren Kosten und Dauer hinzu.
Sanieren und dann verkaufen kann den Verkaufspreis erhöhen. Ob sich der Aufwand rechnet, hängt davon ab, wie genau Sie Kosten und Bauzeit einschätzen können und ob Sie die Sanierung vorfinanzieren möchten.
Am Markt verkaufen spricht einen breiten Käuferkreis an. Bei einer leeren Immobilie können Sie Besichtigungen flexibel planen. Käufer mit Finanzierungsbedarf müssen allerdings den Zustand und mögliche Sanierungskosten gegenüber ihrer Bank darstellen.
Direktankauf heißt, dass ein Unternehmen die Immobilie selbst kauft, ohne Makler und ohne öffentliche Vermarktung. Der Ankäufer bewertet Zustand und Potenzial selbst und rechnet notwendige Arbeiten ein. Das ist für gepflegte Objekte ebenso eine Option wie für renovierungsbedürftige. Den Preis können Sie mit einer Einschätzung des Marktwerts vergleichen, bevor Sie entscheiden.
Kurz zusammengefasst: Vermieten bindet Sie langfristig, eine Sanierung braucht Kapital und Zeit. Ein Verkauf am Markt oder direkt an einen Ankäufer beendet den Leerstand. Der Unterschied liegt vor allem im Aufwand und in der Planbarkeit.
Leer und sanierungsbedürftig: Wenn beides zusammenkommt
Viele leerstehende Immobilien stehen nicht zufällig leer. Oft ist der Zustand der Grund, warum weder Vermietung noch schneller Verkauf gelungen sind: eine alte Heizung, ein Bad aus früheren Jahrzehnten, Feuchtigkeit im Keller oder ein Dach, das bald erneuert werden müsste.
Für den Verkauf am Markt bringt diese Kombination eigene Hürden mit sich:
- Käufer müssen die Sanierungskosten einschätzen, was ohne Fachwissen schwer ist und zu vorsichtigen Angeboten führt.
- Banken prüfen bei der Finanzierung auch den Zustand des Objekts, was den Kreis möglicher Käufer verkleinern kann.
- Bei der Besichtigung einer leeren Immobilie fallen Mängel stärker auf, weil keine Einrichtung den Eindruck prägt.
Wer ein leerstehendes Haus verkaufen möchte, muss es vorher nicht sanieren. Für Eigentümer, die eine Immobilie mit Sanierungsbedarf verkaufen möchten, ist deshalb ein Käufer sinnvoll, der den Zustand realistisch bewerten kann.
Wie Aurea AG konkret hilft
Aurea AG kauft Immobilien in München und im direkten Umland an, die Entwicklungspotenzial haben. Dazu zählen unvermietete und leerstehende Objekte ebenso wie Objekte mit Sanierungsbedarf oder aus einem Nachlass. Ob Ihre Immobilie passt, prüfen wir im Einzelfall.
Sie müssen die Immobilie vorab nicht renovieren. Nach dem Ankauf revitalisieren wir das Objekt selbst, mit dem Anspruch, jede Immobilie besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Vermittlungs- oder Vermarktungskosten entstehen Ihnen im Ankaufsprozess nicht, und Ihre Anfrage bleibt diskret. Aurea AG ist kein Makler: Wir kaufen selbst.
Die rechtlichen Fragen zu Ihrer Immobilie, etwa zur Zweckentfremdung oder zu steuerlichen Folgen des Verkaufs, klären Fachanwalt und Steuerberatung.
Wenn Sie prüfen möchten, ob ein Direktankauf Ihrer leerstehenden Immobilie infrage kommt, können Sie Kontakt mit unseren Experten aufnehmen.
Fazit: Leerstand beenden, bevor er teuer wird
Eine leerstehende Immobilie kostet jeden Monat Geld und verliert ohne Pflege an Substanz. In München kommen die Regeln zur Zweckentfremdung hinzu. Einen geplanten Verkauf nennt die Stadt dabei als zulässigen Grund für Leerstand. Wer die Kosten kennt und die vier Wege nebeneinanderlegt, kann bewusst entscheiden, statt weiter abzuwarten. Wenn Sie Ihre Situation kurz schildern möchten, schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Rechtslage und Steuerfolgen hängen vom Einzelfall ab. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich an einen Fachanwalt sowie an eine Steuerberatung.
Häufige Fragen zur leerstehenden Immobilie verkaufen
Darf eine Wohnung in München einfach leer stehen?
Längerer Leerstand ohne zulässigen Grund kann in München als Zweckentfremdung von Wohnraum gelten. Die Stadt nennt aber zulässige Gründe für einen Leerstand, darunter einen geplanten Verkauf und eine Modernisierung. Wie die Regeln im Einzelfall gelten, klärt die zuständige Stelle der Stadt.
Ist Leerstand strafbar?
Leerstand ist in der Regel keine Straftat. In München kann ein längerer Leerstand von Wohnraum ohne zulässigen Grund aber gegen die Zweckentfremdungssatzung verstoßen und mit einem Bußgeld geahndet werden. Ob das auf Ihre Immobilie zutrifft, hängt vom Einzelfall ab.
Muss ich eine leerstehende Immobilie vor dem Verkauf renovieren?
Nein, eine leerstehende Immobilie lässt sich auch ohne Renovierung verkaufen. Käufer berücksichtigen den Zustand dann in ihrem Angebot. Ob eine Renovierung vor dem Verkauf wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Kosten, Zeit und Käuferkreis ab.
Muss ich meiner Gebäudeversicherung melden, dass die Immobilie leer steht?
Ob Sie einen Leerstand melden müssen, regeln die Bedingungen Ihres Versicherungsvertrags. Manche Verträge sehen bei Leerstand besondere Pflichten vor. Prüfen Sie die Bedingungen und fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Versicherer nach.
Gilt die Münchner Zweckentfremdungssatzung auch im Umland?
Die Münchner Zweckentfremdungssatzung gilt für das Stadtgebiet München. Für Gemeinden im Umland lässt sich daraus nichts ableiten. Ob dort eigene Regeln gelten, beantwortet die jeweilige Gemeindeverwaltung.
Wer kauft eine leerstehende Immobilie mit Sanierungsbedarf?
Aurea AG kauft leerstehende Immobilien mit Sanierungsbedarf in München und im direkten Umland direkt an, ohne dass Sie vorher renovieren müssen. Nach dem Ankauf revitalisiert Aurea das Objekt selbst. Weitere Käufer sind private Käufer, die selbst sanieren möchten. Sie brauchen dafür oft eine Finanzierung, die den Zustand der Immobilie berücksichtigt.
Sie möchten wissen, was Ihre leerstehende Immobilie im aktuellen Zustand wert ist? Aurea AG ist auf Ankauf, Sanierung und Verkauf von Münchner Immobilien spezialisiert und schätzt Ihr Haus unverbindlich ein, ohne öffentliche Vermarktung.